Univention startet in die Virtualisierung

Management-Umgebung des Univention Corporate Server stark ausgebaut

Von Ludger Schmitz, 31.3.2009

Die heute freigegebene Version 2.2 des Enterprise-Linux-Systems „Univention Corporate Server“ bringt wie erwartet weitere Erleichterungen für die Tagesarbeit von Administratoren. Interessanter aber ist, dass Univention offenbar die Management-Umgebung für die Steuerung virtueller Umgebungen ausbaut.

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Grau Data: Adieu, proprietäre Welt

Erste Open-Source-Lösung für Petabyte-Langzeitarchivierung

Von Ludger Schmitz*, 25.3.2009

Grau Data stellt die bisher propietäre Produktpolitik um. Das Produkt „Archivemanager“ erscheint mit fast allen seinen Features unter einer Open-Source-Lizenz. Der neue Name: „Openarchive“.

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CeBIT-Rückblick: Publikumsliebling Open Source

Aus dem großen Andrang wird ein gutes Geschäft

von Ludger Schmitz, 24.3.2009

Krasser konnte der Unterschied zum spürbaren Besucherrückgang in den anderen Hallen kaum ausfallen: Die Stände im Open-Source-Areal in Halle 6 waren ständig umlagert. Hier gab es nur sehr zufriedene Aussteller.

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Was bedeutet der IBM-Sun-Deal für Open Source?

Führende Persönlichkeiten der deutschen Szene sind optimistisch

Von Ludger Schmitz, 29. 3. 2009*

Beide Firmen, IBM nicht weniger als Sun, haben viel getan, um Linux und andere Open-Source-Produkte so zu verbessern, dass sie Trendsetter der IT-Branche werden konnten. Aber es gab auch deutliche Reserviertheiten. Wird die Politik nun gradliniger?

„Aus Open-Source-Sicht wünsche ich mit geradezu, dass dieser Deal zustande kommt“, erklärt Richard Seibt. Der ist Vorsitzender der deutschen Open Source Business Foundation (OSBF) und war einmal IBMs Topmanager für das Desktop-Betriebssystem OS/2. Bis heute ist er bestens über Vorgänge bei Big Blue informiert. „Solche Gespräche finden nicht zum ersten Mal statt.“ Aber diesmal sei die Sache „konkreter, als alle denken“. Seibt, seit seiner Zeit als Suse-Chef ein sehr engagierter Open-Source-Aficionado, glaubt aber noch lange nicht, mit einer Übernahme Suns durch IBM würde die IT-Welt grundlegend in Richtung Open Source verändert.  

Kurze Rückblende: Ende der 90er Jahre hat die IBM eine Publicity-Sensation geschafft, als sie Linux mit der Erhebung zum unterstützten Betriebssystem den Ritterschlag gab. Ein paar Jahre später stellte das Unternehmen seine Entwicklungsumgebung Eclipse Open Source. Das war's im Wesentlichen, um in der Öffentlichkeitsarbeit für Open-Source-Reputation zu sorgen. Der Rest der IBM-Welt hat keine vergleichbaren Änderungen erlebt.  

Bei Sun lief die Open-Source-Geschichte noch gehemmter. Bis etwa 2005 wechselten fast im Wochenrhythmus die Erklärungen aus der Führungsetage pro und contra Open Source. Besonders bei Java gab es proprietäre Abwehrmanöver gegen eine Öffnung. Dann kamen OpenSolaris, die Unterstützung der Bürosuite OpenOffice nach dem Kauf von StarOffice und schließlich die Übernahme der quelloffenen Datenbank MySQL. Aber selbst bei solchen Gelegenheiten verwiesen Sun-Manager immer auf die Hardware. Von diesem einst so profitablen Geschäft hat sich die Firma nie freimachen können.  

Unter dem Dach der IBM dürfte das kein Thema mehr sein. Big Blue wird Sun auf Software und Services bringen. Suns erfolgreichste Hardwarereihe der jüngeren Zeit, die Server auf AMD-Basis, werden allenfalls noch ein gutes Argument in IBM-Verhandlungen mit deren bisher wichtigstem Chiplieferant Intel. Ansonsten ist Software angesagt – und das Servicegeschäft mit der Systemintegration, das Sun vernachlässigt hat. Damit verändert sich aber auch etwas bei IBM. Denn Sun bringt viel Open Source ein, mehr als IBM gewohnt ist.  

„IBM hatte länger schon Open-Source-Interessen, die über Linux hinaus gingen“, erläutert Seibt: „Aber sie hat ein so starkes Portfolio, dass Open-Source-Produkte bisher nicht so besonders wichtig waren.“ IBM hat jedoch durch Donations an Open-Source-Projekte gezeigt, dass sie Interesse an quelloffenen Alternativen hat. Insbesondere OpenOffice könne „ein wesentlicher Grund für die Akquisition“ sein, vermutet Seibt: „Mit der Übernahme würde IBM zum größten Herausforderer von Microsoft.“ Mit denen ist eh noch eine Rechnung offen.  

„IBM wäre nach dem Kauf bestens gerüstet für den Wettbewerb mit Microsoft“, stellt auch Thomas Uhl, Mitglied des Vorstandes des Linux Solution Group (LiSoG) und Open-Source-Stratege bei der Grau Data AG, fest. „Das Klima zwischen den beiden Firmen scheint sich in den letzten Monaten nicht gerade verbessert zu haben.“ So demonstrierte IBM auf der CeBIT einen Microsoft-freien Büro-Arbeitsplatz auf der Basis von Ubuntu-Linux und Lotus-Produkten. Mit Suns Open-Source-Komponenten Java, OpenOffice, MySQL und VirtualBox sowie dem intensiven Engagement im Linux-Umfeld bestünde für IBM die Chance, das Business von Microsoft in Bedrängnis zu bringen.  

Die Strategie hätte für IBM den Charme, dass sie nicht die eigenen proprietären Produkte der Software-Group zu kannibalisieren würde. Uhl: „Solaris könnte mit AIX verschmolzen werden und den treuen Unix-Kunden als das große Einheits-Unix offeriert werden – um dann Zug um Zug doch durch Linux ersetzt zu werden.“ In der Tat ist Big Blue nach einer Sun-Übernahme mehr denn je genötigt, die einmal begonnene Betriebssystem-Konsolidierung per Linux fortzusetzen, und zwar konsequenter denn je. Seibt ist der Überzeugung, dass IBM das auch tun werde: „Sowohl AIX, als auch Solaris und OpenSolaris würden Linux und der Effizienz zuliebe geopfert werden.“  

Ferner gibt es da das (nicht nur) für IBM leidige Java-Thema. Es gibt Bestrebungen von IBM, eine komplett neue, aber kompatible Version von Java als Open Source zu entwickeln. IBM könnte das durchsetzen, und Seibt würde es freuen: „Das würde auch zu einer Vereinheitlichung auf der Basis von Open-Source-Java führen, was Java noch schneller und effektiver vorantreiben würde.“ Open Java könnte ähnlich wie beim Open-Sourcing von Eclipse mehr Engagement und Investments anderer Interessenten hervorrufen. Es könnte mehr Funktionsreichtum gegenüber anderen Web- und Server-Entwicklungsplattformen gewinnen. Letztlich würde auch dadurch IBM gewinnen.  

Ob die IBM aber mit dem Kauf auch die Träger des hoffnungsvollsten Bereichs von Sun, die Software-Entwickler, gewinnen kann, steht auf einem anderen Blatt. „Die Risiken der Übernahme könnten in den Firmenkulturen liegen“, gibt Seibt zu erwägen, glaubt aber, IBM würde sie in den Griff bekommen. Deutlich skeptischer ist da Rafael Laguna de la Vera, Chef von Open-Xchange: „Hier liegt meines Erachtens das größte Problem.“ Bei Sun hat man sich immer als die Alternative zur uniform empfundenen IBM verstanden. Laguna: „Viele Sun-Leute könnten nur noch ein Ziel haben: Raus!“ Das könnte leicht ein Brain-Drain an den wertvollsten Stellen von Sun werden.  

Ein weiteres Fragezeichen hängt über der Open-Source-Datenbank MySQL. Fürchtet IBM, sie könne das DB2-Geschäft kannibalisieren? Dann droht ihr Vernachlässigung – und wir werden bald erleben, dass frustrierte Entwickler einen Fork herausbringen. Oder wird Big Blue MySQL als quelloffenes Einstiegsangebot unter DB2 positionieren? Mit dieser Ausrichtung tun sich große Konzerne mit einem profitträchtigen proprietären Parallelprodukt – sowie entsprechend einflussreichen Abteilungen und Managern – üblicherweise schwer. „Die werden das schon auf die Reihe bringen“, meint Open-Xchange-Chef Laguna, und der Grund könnte in einem Branchentrend liegen: Cloud Computing.  

MySQL spielt in der erst kürzlich angekündigten „Sun Cloud“ neben Apache, Java und Linux eine entscheidende Rolle. Open-Source-Produkte allesamt, und es ist zu Insidern durchgesickert, dass für dieses Angebot Sun-intern auch der Begriff „Open Cloud“ im Gespräch war. Dazu hätte aber noch einiges mehr an Open-Source-Produkten gehört, und das Ganze hätte wiederum selbst Open Source sein sowie mit offenen Datenformaten arbeiten müssen. Für die Virtualisierung hätte es einer engen Kooperation mit Citrix-Xensource bedurft. Vor allem aber musste Sun in Sachen Cloud-Management, -Storage-Hypervisor und -Security passen.  

Unter dem Dach von IBM wird die Cloud-Strategie sich vorerst auch wohl kaum in Richtung Open Source bewegen. Zwar käme die Entwicklungsumgebung Eclipse diesem Konzept zugute. Aber in Sachen Management und Storage wäre die neue WG Tivoli-Veritas zunächst wohl vor allem mit sich selbst beschäftigt. In puncto Cloud-Security, für die umworbenen Anwender der Knackpunkt, stehen ohnehin alle Anbieter nackt da. Es bleibt zunächst nur die Perspektive eines proprietären Cloud-angebots mit vielen Open-Source-Elementen. Hinsichtlich einer Open Cloud ist das Fazit von Laguna aber pessimistisch: „Hier erwarte ich von IBM wenig, und ich finde den IBM-Sun-Deal eher hinderlich. Denn Sun ist kulturell besser geeignet, das Thema anzugehen.“  

Trotz einiger fraglicher Aspekte stimmen alle Befragten darin überein, dass die Folgen der IBM-Sun-Ehe für Open Source insgesamt deutlich positiv seien. Der OSBF-Vorsitzende Seibt fasst es so zusammen: „Aus Open-Source-Sicht betrachte ich den Deal als außerordentlich positiv. Denn die Elemente, die eine Sun einbringt, die immer von Hardware-Interessen belastet war, werden mit einer schon lange stark auf Software und Services orientierten IBM überhaupt erst zur Wirkung kommen.“

*Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf Silicon.de

Sernet lädt ein zur internationalen Samba-Konferenz

"samba eXPerience 2009" am 23. und 24. April 2009 in Göttingen

Sernet, 18.3.2009

Das Programm zur achten "sambaXP" ist veröffentlicht. War im letzten Jahr noch das Verhältnis von Microsoft und Samba-Team im Zentrum der Aufmerksamkeit, zeigt das Programm 2009 mehr technische Schwerpunkte: Joint-Release Samba 3+4 "Samba Franky", Windows 7 und Samba, Samba-Cluster mit CTDB im praktischen Einsatz, SMB2 und vieles mehr.

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