Knipser oder Profi?

In einigen Ländern kann man die Überraschung erleben, dass an manchen Orten das Aufsichtspersonal ganz entschieden „No!“ sagt, wenn man sich ans Fotografieren macht. Ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber vor gut zehn Jahren bekam ich in Andalusien in kulturhistorischen Arealen regelmäßig Probleme. Ich hätte eine schriftliche Fotogenehmigungen lokaler Behörden gebraucht – die natürlich wochenlang vorher zu beantragen gewesen wären und Geld gekostet hätten.

Das Problem besteht in der Einordnung des Fotografen. Profis, die mit den Bildern ein Geschäft machen, sollen durch die Abgabe quasi eine Lizenz zahlen. Wer aber ist Profi? Ad hoc entscheidet sich das nach der Erscheinung: Spiegelreflex-Ausrüstung in der großen Kameratasche, großes Blitzgerät, Stativ (selbst Einbeinstativ), Fotoweste etc. sagen dem Aufsichtspersonal „Profi“. Also Fotoweste vorher ausziehen, Stativ im Auto oder im Hotel lassen. Schon geht’s. Und kein Profifotograf läuft mit einer billigen Kameratasche von Hama herum.

von Ludger Schmitz