Kniffelige Foto-Situationen & Hilfmittel

Manche Fotos erfordern eine anspruchsvolle und schwere Ausrüstung. Und im entscheidenden Moment hat man die nicht dabei. Man kann sich aus der Patsche helfen.

 

Blitzen

darf man in vielen Innenräumen nicht, weil das Schäden an Farben anrichten kann. Also lässt unsereins den Blitz in der Tasche. Und auf wen haben die Aufseher permanent ein Augen? Nein, gewiss nicht auf die Knipser mit ihren kleinen Digicams, die serienweise automatisch das Blitzlicht auslösen. Denen gilt Nachsicht; „denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Dagegen gibt es Hilfe: Die erste heißt, selbst eine kleine Kamera zu benutzen (nein, nicht um auch zu blitzen). Deren Optik sollte dann aber wirklich lichtempfindlich sein, so Blende 2.8 oder besser. Außerdem kann man die Empfindlichkeit des Sensors einstellen. ASA 200 geht, bei ASA 400 ist Schluss. Aber damit und einer ruhigen Hand (Vibrationsdämpfer sind natürlich optimal, Atemtechnik ist aber auch ganz gut). geht schon allerhand. Ich habe immer eine kleine digitale dabei für solche Fälle.

 

Stativ-Ersatz

Manchmal reicht auch das nicht, man braucht ein Stativ. Da gibt es kleine Ausführungen, die in jede Jackentasche passen und sich schnell positionieren und abräumen lassen. Noch nicht ausprobiert habe ich die „Clam“-Stative, die sich auch beispielsweise um Äste, Kirchbänke oder Lautsprecherständer wickeln lassen.

Das hilft aber alles nicht, wenn man senkrecht nach oben fotografieren muss, beispielsweise um in den maurischen Bauten Andalusiens die fantastischen Dachornamente aufzunehmen. Lösung: Kamera mit dem Rücken auf zwei Packungen Tempotaschentücher legen, Langzeitbelichtung und Auslösevorlaufzeit auf zehn Sekunden. Klappt immer, man braucht aber gute Nerven. Denn jetzt muss man aufpassen, dass nicht gerade die nächste Reisegruppe auf die Kamera latscht. Also unbedingt sichern!

Mit den Tempotaschentüchern und dem beschriebenen Aufnahmeverfahren kann man auch von Sockeln einigermaßen in die Höhe fotografieren.

Die schweren Zooms großer Objektive fahren schon aus Gründen ihres Gewichts ein, wenn man steil nach oben fotografiert. Das heißt, das Zoom fährt in den Weitwinkel. Dagegen hilft Klebeband.

von Ludger Schmitz