Aus Flugzeugen fotografieren

Man hat nicht alle Tage die Gelegenheit, aus der Vogelperspektive Bilder zu schießen. Umso ärgerlicher ist, dass die meisten Bilder nicht annähernd an die persönlichen Eindrücke herankommen. Hier ein paar Tipps, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

 

Polarisationsfilter?

Die kann man vergessen, denn sie sind beim Fotografieren durch die Fensterscheiben wirkungslos. Stattdessen einfache UV- oder Skylight-Filter verwenden.

Problem Dunstschleier

Daheim sehen die Fotos von Flügen etwas nebelverhangen aus. Das Problem verursachen nicht nur die Verunreinigung der Luft mit Abgasen, sondern vor allem kondensierte feinste Wassertröpfchen in ihr. Unser Gehirn unterzieht das von den Augen empfangene Bild gleich einer „Bildbearbeitung“. Genau das bleibt einem auch daheim als Lösung. Jedes bessere Bildbearbeitungsprogramm kann den Grauschleier herausarbeiten. Am besten ist es, einmal mit der automatischen Bildkorrektur zu beginnen, dann diese Einstellungen reduzieren, bis das Bild der Erinnerung entspricht.

Total schiefes Bild

Die meisten Menschen verlieren beim Fotografieren das Gefühl für die präzise horizontale Ebene. Aus der Höhe sogar dann, wenn sie den Horizont im Sucher haben. Übel wird’s, wenn der auch noch weg ist, weil man steiler nach unten fotografiert. Aber da unten gibt es Vertikalen, an denen man sich orientieren kann: Türme, Strommasten, Bäume, Hausecken... Es hilft die alte Lehre: Ruhig und überlegt fotografieren! Übung macht's.

Schwarz hilft gegen Geisterbilder

Fotos aus Flugzeugen zeigen oft merkwürdige, begrenzte helle Flächen. Diese Erscheinungen sind nur Reflektionen heller Farben in den Fenstern, durch die man fotografiert hat. Ursache ist vor allem die helle Kleidung des Fotografen. Also schwarzes Langarmhemd oder Sweatshirt tragen. Wer richtig ernst machen will, verwendet eh nur schwarze Kamera-Bodys, dünne schwarze Handschuhe (die weißen aus dem Baumarkt selbst einfärben) und schwarzen Motorad-Gesichtsschutz (vorher dem Piloten ansagen, damit der nicht in Ohnmacht fällt).

Darf man oder nicht?

In jedem Land gibt es eigene gesetzliche Regelungen zum Fotografieren aus der Luft. Im Zweifelsfall vorher fragen und mit dem Piloten sprechen. Trinkgeld kann für dessen zwischenzeitliche Erblindung sorgen.

Trinkgeld

für den Piloten eines Rundflugs ist meistens mehr als angebracht und darf auch reichlich ausfallen. Jedenfalls sobald man auch nur den Eindruck hat, dass er auf die Ziele von uns Knipsern etwas Rücksicht nimmt. Jeder Umweg verlangt nicht nur fliegerisches Können, sondern kostet vor allem Sprit. Auch wenn man pauschal bezahlt hat, ist das ein Dankeschön wert.

Durch die Fensterluke?

Wenn so eine kleine Kiste ein Schiebefenster hat, ist das natürlich toll, weil das Problem der Reflektionen entfällt. Aber man darf es nromalerweise nicht aufmachen. Also den Piloten fragen. Gegebenenfalls auch andere Passagiere; denn in einem Hubschrauber kommt durch die Luke noch mehr infernalischer Lärm rein.

Kopfhörer mit Mikro oder Helm aufsetzen!

Im Hubschrauber ist das ein lebenswichtiges Kommunikationsmittel. Außerdem dämpft es den Lärm.

Kamerabefestigung

Leichtflugzeuge sind perfekt für Luftfotografie, weil keine Scheibe das Bild beeinträchtigt. Aber man sollte vorher daran denken, dass man in solchen Dingern die Kamera niemals mit dem Gurt über dem Hals tragen darf! Bei harten Schlägen reißt es einem das Genick durch. Für diese Fälle gibt es Ausrüstung, die auch Bergsteigerfotografen verwenden: Holster oder Brustgurte.

von Ludger Schmitz