Schneller gesuchte Open-Source-Produkte finden

Black Duck Software startet weltgrößtes Repository voller Details

Von Ludger Schmitz, 27.7.2012

Die Suche nach einer Open-Source-Anwendung, die möglichst genau den eigenen Anforderungen entspricht kann sich hinziehen. Denn das Angebot ist riesig und verstreut. Gewesen; denn es gibt eine neue Suchmaschine.

Das Angebot an Open-Source-Software ist unüberschaubar groß geworden. Allerdings kann ein Interessent recht schnell über die Suche nach bestimmten Anwendungszielen bei Code-Repositories wie GitHub, SourceForge oder Google Code einen passablen Überblick finden. Der gerät aber bei diesen Quellen leider nicht vollständig. Denn viele Produkte finden sich ausschließlich in den Verzeichnissen von Stiftungen wie Apache, Eclipse, Linux oder Mozilla. Nicht gut damit, gibt es noch eine Menge weiterer Fundorte.

Das nächste Problem besteht darin, dass sich hier vor allem technische Informationen zu den Produkten finden lassen, also Features, Programmiersprachen, Betriebssystembasis etc. Wer ein Produkt vorzieht, das in erster Linie von einem Hersteller entwickelt wird, hat es relativ leicht, bei ihm an sehr ausführliche Informationen zu kommen. Ein Interessent kann ziemlich verlässlich in Erfahrung bringen, ob dieser Hersteller – jedenfalls solange es ihn gibt – das Produkt weiterpflegen und supporten wird.

Diese Beurteilung fällt bei echten Community-Entwicklungen viel schwerer. Schließlich interessieren einen Anwender nicht nur technische Details, sondern auch Informationen über die Entwicklungsbedingungen eines Produkts, die Aktivität der Community und so weiter. Wie viele Entwickler insgesamt und in letzter Zeit an dem Produkt gearbeitet haben, bringt zum Beispiel Hinweise auf die Vitalität des Produkts und den erwartbaren Support im Falle von Problemen. Wenn ein Open-Source-Projekt nur ein, zwei, drei aktive Kontributoren hat, ist nicht viel zu erwarten. Mehr zu wichtigen Informationen hier.

Solche Angaben zu aggregieren ist einigermaßen mühsam. Aber das könnte sich jetzt verbessern. Denn der Open-Source-Anbieter Black Duck Software aus Boston hat zum großen „Rundumschlag“ ausgeholt. Er bot bisher schon eine Code-Suchmaschine (Koders.com) an, die nun mächtig erweitert wurde und einen neuen Namen bekam: Ohloh.net, Pressemitteilung hier). Dies ist ein Verzeichnis von mehr als 550.000 Open-Source-Projekten, die Ohloh aus über 5000 Code-Repositories sammelt. Zehn Milliarden Codezeilen lassen sich hier durchsuchen.

Die Informationen sind unter einer Creative-Commons-Lizenz verfügbar. Man muss sich lediglich registrieren, um über eine API Open-Source-Produkte zu selektieren und mehr über sie zu erfahren: „Anzahl der aktiven Contributors und Commits, Anzahl der Codezeilen, die hauptsächlich benutzte Programmiersprache, die Lizenz“, wie HeiseOpen aufzählt.

Ohloh ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Black Duck und dem Marktforschungsunternehmen RedMonk. Dessen Analyst Stephen O'Grady, in der Community für tiefschürfende Open-Source-Untersuchungen bekannt, hat darauf hingewiesen, dass Ohloh auch noch etwas anderes möglich macht: Man kann nämlich nicht nur leicht besonders aktive Projekte erkennen, sondern auch Trends der Entwicklung von Open Source ausmachen.

*Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der Website des Bonner IT-Dienstleisters Tarent.