Das neue Modewort heißt Open Data

Neuer Schwerpunkt in der IT der Öffentlichen Verwaltung?

Von Ludger Schmitz, 25.4.2012

Auf Ebene der kommunalen IT scheint nicht mehr Open-Source-Migration das Hypethema zu sein, sondern Open Data.

Einige Städte sind in Sachen Open Data schon vorgeprescht, zum Beispiel Berlin und vor allem München, aber auch kleinere Städte wie Lauf bei Nürnberg. Die Bundesregierung gibt sich bisher recht verhalten. Aber nach einer Meldung von HeiseOpen soll es jetzt auf einmal ganz, ganz schnell gehen: Bis 2013 will die Bundesregierung Dokumente als Open Data öffentlich machen. Dabei herrscht bezüglich der Nutzungsrechte und Lizenzen bei vielen Bundesministerien offenbar Unklarheit vor.

Gleichwohl sind die IT-Verantwortlichen in deutschen Behörden sicherlich gut beraten, gar nicht erst in solchen Problemen Ausflüchte zu suchen. Sie könnten schnell als „Ewig Gestrige“ ins Abseits geraten. Open Data kommt so oder so. Dafür werden notfalls die EU-Behörden in Brüssel sorgen, und die haben in dieser Hinsicht eben nicht Berlin, sondern vor allem London und Paris als Leuchttürme vor Augen. Denn was in Deutschland in Sachen Open Data bisher geschehen ist, darf sich nicht einmal vergleichen lassen mit dem, was inzwischen in Großbritannien und Frankreich, zwei ebenfalls von konservativen Parteien regierten Ländern, gang und gäbe ist.

Aktuell ist in Frankreich das Thema Open Source sogar Argument im Wahlkampf geworden. Präsident Nicolas Sarkozy hat erklärt, 15 Prozent des staatlichen IT-Budgets würde für Programmierung, Support und Pflege von Open-Source-Anwendungen aufgebracht. Jährlich würde diese Budgetsumme um 30 Prozent steigen. Er verteidigte diese Politik als „strategisch für die Entwicklung des französischen IT-Sektors“. Auch sein Herausforderer im Wahlkampf, François Hollande, betont, diese politische Orientierung müsse noch verstärkt werden.

In Deutschland scheint diesbezüglich alles etwas langsamer zu gehen. Aber es wird klar, dass letztlich Open Source und Open Data nur zwei Seiten einer Medaille sind. Auf deren Rand steht Offenheit.

* Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der Website des Bonner IT-Dienstleister Tarent.