Linux-Kurse und -Prüfungen für Einsteiger

Neues Zertifikat „Linux-Essentials“ vom LPI

Von Ludger Schmitz, 15.3.2012

Das Linux Professional Institute (LPI) bietet demnächst die Zertifizierung „Linux Essentials“ an. Sie bestätigt die erfolgreiche Absolvierung einer Prüfung, die Grundkenntnisse über Linux und andere Open-Source-Programme bestätigt.

Das Zeugnis bestätigt Wissen in fünf Themenkomplexen: Linux-Systeme und Open-Source-Anwendungen mit ihren Lizenzformen, allgemeine Orientierung in einem Linux-System (Arbeiten mit Dateien, Verzeichnissen und Protokolldateien), Nutzung der Kommandozeile und Skripte, Wahl von Betriebssystem, Hardware, Storage und Netzwerk sowie Sicherheit und Dateiberechtigungen. Im Detail ist das nicht ohne Anspruch, aber mit etwas Einsatz durchaus zu schaffen (ausführlicher hier).

Besonderen Zuspruch für dieses Zertifikat verspricht sich das LPI unter Berufsschülern, die mit ihm ihre Chancen auf eine Karriere in ihren Jobs deutlich verbessern könnten, erklärt Klaus Behrla, LPI-Geschäftsführer in Zentra-Europa. Aber auch andere Quereinsteiger, die nicht Informatik studiert haben, aber mehr Wissen über Linux benötigen und bestätigt wissen wollen, sollen damit angesprochen werden, zum Beispiel Entscheidungsträger in der Wirtschaft, Mitarbeiter in den öffentlichen Verwaltungen, Journalisten und Geschäftsleute. Damit adressiert das LPI ein deutlich niedrigeres Level als mit seinen Linux-Prüfungen C-1 bis C-3. Die setzen eingehende Linux- und Programmierkenntnisse voraus, was man schon daran ablesen kann, dass weltweit in bisher insgesamt 300.000 Prüfungen nur jeder dritte Kandidat bestanden hat.

Das LPI definiert traditionell nur die Prüfungsanforderungen für das Essentials-Programm. Für die Ausbildung muss der Interessent selbst sorgen. Dafür gibt es in Deutschland etliche Dutzend private Schulungsinstitutionen, deren Kurse aber so um die 1000 Euro kosten. Da ist für die meisten Jugendlichen doch der Führerschein, das Auto, die Wohnung oder die Disco wichtiger. Viel günstiger geht es über Kurse an staatlichen Schulungszentren, im Berufsschulunterricht oder im Selbststudium.

Die städtische Berufsschule für Informationstechnik in München (www.bsinfo.musin.de) wird ab dem Sommer ein eigenes Unterrichtsskript frei zur Verfügung stellen und auch einen eigenen Lehrgang einrichten. Eine andere Lernunterlage gibt es bereits heute kostenlos als PDF unter einer Creative-Commons-Lizenz von der Linup Front GmbH, Download unter: http://shop.linupfront.de/product/lxes/. Im Verlag Open Source Press wird voraussichtlich im August das Buch „Linux Essentials – Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute“ von Michael Gisbers und Christian Hesse zu Preis von 19,90 Euro erscheinen.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der Website des Bonner IT-Dienstleisters Tarent.