Suse-Anwender können aufatmen

Attachmate stellt Nürnberger Distributor auf eine stabile Basis

Von Ludger Schmitz, 27.5.2011

Auf absehbare Zeit scheint kein Anlass zu bestehen, sich über eine Linux-Distribution Sorgen zu machen, die insbesondere in Deutschland Grundlage vieler Open-Source-Anwendungen ist.

Die Ängste weichen, Suse könnte in den Sog des Novell-Untergangs geraten. Derlei wäre fatal gewesen – nicht nur für die hierzulande am stärksten verbreitete Linux-Distribution, sondern auch insgesamt für das Vertrauen der Anwender in Linux und Open-Source-Software. Inzwischen wird deutlich, dass der Novell-Käufer Attachmate das Suse-Business sehr ernst nimmt, sein Potenzial sogar noch besser ausschöpfen will. Diese für Suse-Anwender relevante Einschätzung ergibt sich indirekt, nämlich durch die interne Positionierung von Suse im Attachmate-Konzern und durch weitere, primär für Suse-Mitarbeiter wichtige Entscheidungen und Erklärungen.

Suse ist bei der neuen Muttergesellschaft ein eigenständiger Geschäftsbereich, eine „Suse Business Unit“ mit Sitz in Nürnberg. Auch die Standorte in Prag und Asien bleiben erhalten. Der neue Suse-Chef Nils Brauckmann erklärte „klassisches Suse“ zum Kern des Geschäfts. „Development, Vertrieb, Marketing, Standorte und Roadmaps bleiben unverändert.“ Attachmate will sogar mehr Ressourcen zur Verfügung stellen, um das Suse-Standing auf neuen Märkte zu verbessern. Über Europa hinaus reichende Perspektiven sieht das Unternehmen in Amerika, vor allem aber in den asiatischen Märkten.

Das hat nach Einschätzung des News-Portals Linux-Magazin Online die Stimmung unter den Mitarbeitern gehoben. Sie seien über die Trennung von Novell erleichtert und versprächen sich nun mehr Eigenständigkeit. Ebenso wichtig ist, dass solche Nachrichten auch die Stimmung unter den Anwendern steigern dürfte.

*Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der Website des Linux-Verbands LIVE.