Open Source Integration Initiative gestartet

LIVE- und LiSoG-Mitglieder wollen Baukasten mit quelloffenen Lösungen

Von Ludger Schmitz, 24.5.2011

20 Unternehmen und ein Universitätsinstitut, größtenteils Mitglieder im LIVE Linux-Verband und der Linux Solutions Group (LiSoG) haben sich zur Open Source Integration Initiative (OSII) zusammengetan.

Ziel der OSII ist ein Baukasten von modularen, vorintegrierten Open-Source-Lösungen, die sich ohne weiteren Aufwand flexibel miteinander kombinieren lassen. Das Angebotsspektrum soll einmal von verschiedenen Linux-Varianten wie Suse, Red Hat und Univention Corporate Server bis hin zu Datenbanken, Archivlösungen, Middleware, Groupware und ERP reichen. Außerdem dient die Initiative als zentrale Anlaufstelle für interessierte Anwender.

Der Hintergrund dieser Initiative: Zu allen Aufgabenstellungen in der IT von Unternehmen und Verwaltungen gibt es leistungsfähige Open-Source-Produkte. Aber sie sind nur in Einzelfällen aufeinander abgestimmt. Das verursacht in Open-Source-Projekte immer wieder hohe Aufwände für die Integration der gewünschten Lösungen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen scheuen die dafür absehbaren Kosten. Außerdem würden sie einen One-Stop-Shop bevorzugen.

Technisch ist das Integrationsziel der OSII nach Ansicht einiger Beteiligter nicht einmal sonderlich anspruchsvoll. Es lässt sich über den quelloffenen Enterprise Service Bus von Sopera, Mitglied der Initiative, realisieren. Dieser Aufgabe widmet sich eine von drei Arbeitsgruppen der OSII. Eine zweite erarbeitet die Rahmenbedingungen für die Zertifizierung OSII-gerechter Lösungen. Eine dritte Arbeitsgruppe kümmert sich um die Vermarktung der Ergebnisse. Zentraler Ansprechpartner nach außen und interner OSII-Organisator ist die Stuttgarter Mittelstands-Förderungs-Gesellschaft MFG, die bisher schon die LiSoG organisatorisch unterstützt.

Technisch ist das Ziel der OSII nicht ganz neu. Seit einigen Jahren wirbt Thomas Uhl, Aufsichtsrat des IT-Holdings Topalis AG und Vorstandsmitglied in der LiSoG, in diesem Verein für einen Open-Source-Software-Stack. Auch dieser sollte bisher vereinzelte quelloffene Lösungen integrieren und so ihre Implementierung vereinfachen. Dieses Projekt ist über Ansätze nicht hinausgekommen. Jetzt aber sind die Rahmenbedingungen andere. Es gibt ein organisatorisches Modell, die Aufgabenteilung ist definiert, und das Projekt wird im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesmiinisteriums für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Mentor der OSII ist wieder Thomas Uhl. Der fasst die Orientierung gegenüber dem News-Portal HeiseOpen so zusammen: „Vor allem Mittelständlern wollen wir die Entscheidung für Open Source erleichtern, indem wir für Kompatibilität der verschiedenen Business-Komponenten sorgen und alles aus einer Hand anbieten.“ Ansprechpartner für Interessenten ist die MFG in Person von Alexandra Rudl ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) und Sami Rabieh ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

Mitglieder in der OSII sind die Unternehmen agorum Software, Cquadrat, fortiss, Grau Data, Helioum V IT Solutions, Information Desire Software, innova, Novabit Informationssysteme, peteara, QuinScape, Red Hat, SEP, Sones, Suse Linux Products, tarent, Topalis, Univention, VIPcom und Zarafa. Hinzu kommt das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (IISYS).

*Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf der Website des Linux-Verbands LIVE.